Spaß mit den Telekomikern – Fritz!Box Reloaded

Ist es eigentlich zu viel verlangt, dass eine Firma genau das macht, womit man sie beauftragt hat? Das in der heutigen Zeit nicht nur am Service gespart wird, dass weiß eigentlich jeder seit dem die Geiz ist Geil Welle über Fernseh-Deutschland hereinprasselte wie eine der biblischen Plagen.

Aktuell sind wir per ADSL mit 6 Mbit/s angebunden. Da es bei GMX ein nettes Angebot mit 16 Mbit/s (ADSL2+) inkl. Flatrate für den Preis gibt, den die T-Com allein an Grundgebühr für den 6 Mbit Anschluss kassiert dachten wir uns, da wechseln wir doch mal flott. Kurzes Fax an Congster mit der Kündigung und nur 10 Minuten später gab es die Kündigungsbestätigung per Email – dass nenn ich Service! Das Fax ging ca. gegen 22 Uhr raus. Nicht schlecht, da könnte sich das ein oder andere Unternehmen mal ne Scheibe von abschneiden.

Die Umstellung ist für den 27.12.2006 terminiert. Am 23.12.2006 ab 12:32 funktionierte der DSL Anschluss plötzlich nicht mehr. Sollte die T-Com ADSL2+ etwa schon früher bereitstellen? Mhm, da stimmt was nicht. Und so war’s auch. Als nach einer halben Stunde immer noch keine Synchronisation zustande kam rief ich bei der Telekom Störungsstelle an. Immerhin eine 0800er Nummer. Löblich. Das war auch bitter nötig. Nach nur 20 Minuten und einer nervtötenden Warteschleife war es dann soweit. Ich hatte Kontakt mit einem echten Menschen. Leider war die gute Frau vom Support absolut unfähig. Frage 1: Blinkt da ein rotes Licht? Wo? An ihrem Modem. Nein, ich habe eine AVM Fritzbox 7170, die bekommt aber keine Synchronisation mehr hin. Am 27.12. soll ein Portupgrade auf 16 Mbit/s geschaltet werden. Ach so. Warten sie mal, ich messe mal die Leitung durch. Die ist OK, bis gerade ging es ja noch. Geben Sie mir mal ihre Telefonnummer mit Vorwahl bitte. Das ist der Anschluss von dem ich anrufe (wir haben ISDN, die Nr. wird übertragen). Mhm, die Leitung ist OK. Telefonieren sie von dem Anschluss? Ja, das Telefon funktioniert einwandfrei. Da kann ich jetzt auch nichts machen; ich versuche mal eben jemand von der Diagnose zu erreichen. Hören sie, da ist gerade niemand zu erreichen. Ich gebe das an die Kollegen weiter, die melden sich dann bei ihnen. Gut, vielen Dank.

Natürlich hat sich vier Stunden später niemand gemeldet. Wie sollte es auch anders sein. Also wieder ans Telefon. Nach 25 Minuten einen ebenfalls ahnungslosen Kollegen aus den Reihen der Telekomiker am Rohr. Es grenzt schier an Frechheit jemanden, der so stark nuschelt, dass man bei jedem 2ten Satz nachfragen muss und so leise spricht an eine Hotline zu setzen. Im Laufe des Gesprächs wurden seine Sätze auch immer kürzer und seine Stimme immer leiser. Da macht telefonieren doch echt Spaß. Auch der Kollege wollte die Leitung messen. Scheint im kleinen Telekomikerpfadfinderhandbuch die Standardlösung für alles zu sein… Ebenfalls ohne Erfolg. Auch diesen netten Kollegen habe ich auf die Umstellung am 27.12. hingewiesen. Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Ich sei ja gar kein Telekomkunde mehr und daher sei er auch nicht für das Problem zuständig. Da fing mir dann so langsam an der Kragen zu platzen. Höflich, aber sehr bestimmend wies ich ihn auf das aktuelle Tagesdatum hin und darauf, dass ich bis zum 27.12 bzw. geplanter Portumstellung sehr wohl noch Kunde in seinem Verein bin und er sich gefälligst mal kümmern soll. Er beratschlagte sich dann mit einem Kollegen oder so was – war ganz witzig das er das Mikrofon nicht stumm stellte. Anschließend telefonierte er intern noch mit der Diagnoseabteilung… mittlerweile hing ich geschlagene 45 Minuten am Telefon. Immerhin waren wir jetzt einen Schritt weiter: Also mein Anschluss sei nicht ADSL2+ fähig, daher wurde ich auf einen neuen Port gelegt, der eben ADSL2+ fähig ist. Der ist aber im System noch nicht aktiviert. Umpatchen auf den alten Port könnte aber nur ein Techniker, das geht aber am 23.12.2006 um ca. 16:45 nicht mehr. Saftladen! Die Portaktivierung bzw. Geschwindigkeitslimitierung ist eine reine Softwareangelegenheit. Da müssten die nur klicken. Ich fragte dann noch, wie sich das mit der Rechnung verhält. Immerhin kann ich den Anschluss 3,5 Tage nicht nutzen. Wie sich das mit der Kürzung des Rechnungsbetrages wegen nicht erbrachter Leistung verhält. Damit kennt er sich nicht aus, würde mir aber auch davon abraten. Klar doch. Wer zahlt denn bitte freiwillig für eine zugesagte, aber nicht erbrachte Leistung? Auf wundersame Art und Weise funktionierte der ADSL Anschluss mit den 6 Mbit/s dann am 24.12.2006 gegen 15 Uhr wieder.

Na immerhin. Wahrscheinlich wurde der 16 Mbit/s Port jetzt anderweitig vergeben und ich wieder auf den alten 6er Port gepatcht. Ein kleiner Blick in die DSL Analyse der Fritzbox bestätigte den Verdacht dann leider auch. Die max. Leitungswerte entsprechen in etwa denen die bereits bekannt waren. Ob die Techniker sich wohl in der Lage sehen, mich heute (im Laufe des Tages) auf den neunen Port umzupatchen? Wir werden sehen. Bleibt nur zu hoffen, dass der dann auch richtig funktioniert. Mir wird schon ganz schlecht wenn ich daran denke, dass es irgendwann wieder mal zu einem DSL Problem kommen könnte und ich dann den Support von GMX (wahrscheinlich 1&1) für teueres Geld die Minute nutzen muss. Denen dann alles erklären darf, die Supportmitarbeiter meines neuen Providers dann selbst ein Ticket bei der T-Com aufmachen wo wieder nur die Hälfte der urspünglichen Informationen enthalten sind… man kennt das ja. Und auf T-Com Seite dann die wenigen Informationen nicht richtig gelesen, verstanden oder gedeutet werden können. Eine echt beunruhigende Vorstellung.

Aber in diesen frohen Tagen bin ich voller Hoffung. Und: das Geschriebene muss ja so auch gar nicht eintreffen. Ich lasse mich sehr gern vom Gegenteil überzeugen. Das wäre dann ungefähr so wie der erste versprochene Rückruf den ich von einer Firma erhalten würde 🙂 Da fällt mir die Methode von einem Arbeitskollegen ein: der schreibt nur noch Emails die CC mit an den Vorstand eines großen Providers und Hosters mit ’nem „&“ in der Mitte gehen. Und das scheint zu funktionieren. Jetzt muss ich mir nur noch die entsprechenden Emailadressen besorgen 😉

Also dann, schauen wir mal was daraus wird…

Nachtrag (27.12.2006, kurz nach High Noon):

Heute gegen 14 Uhr gab es erneut Probleme mit dem DSL. Zwar funktionierte die Synchronisation fehlerfrei mit 6 Mbit, aber es kam ständig zu PPPOE Fehlern bzw. Zeitüberschreitungen. Tolle Sache – natürlich steht dann weder der Server online noch funktioniert VOIP. Und dann geschah das schier unglaubliche. Ein Mitarbeiter der Telekom rief bei uns an um uns von unserem DSL Problem zu berichten. Man sah mich echt fassungslos. Nicht schlecht, oder? Ich hätte zwar lieber gehört, dass das Problem behoben ist anstatt die Meldung zu bekommen, dass es schon wieder eins gibt, aber ich denke hier zählt einfach der gute Wille – oder so 🙂

Eine Neuigkeit hatte er aber schon zu verkünden. Wir sind jetzt auf den neuen ADSL2+ Port umgezogen. Leider gibt es ein Problem mit dem Management Server, der sich um die Umstellung des Ports kümmert – also die softwareseitige Umstellung der Geschwindigkeit des DSL Ports. Da stehen noch etliche Aufträge in der Queue, das wird wohl heute nichts mehr. Wir mögen es doch morgen einfach noch mal probieren. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Telekom ihre Mitarbeiter nicht im Umgang mit Kunden schult. Aber wenn ich als Kunde solche Aussagen höre komme ich mir irgendwie – sagen wir’s mal ganz deutlich: verarscht 🙁 vor. Die verdienen mit dem DSL eine menge Geld, auch wenn natürlich die ganzen Netzausbauaktionen finanziert sein wollen sollte man doch an wichtigen Stellen – und das scheint eine solche Management Software ja durchaus zu sein über etwas Redundanz nachdenken. So was ist auf Jedenfall genau das, was ich in so einem Fall nicht hören will. Da wäre ein wir arbeiten mich Hochdruck an dem Problem doch wesentlich passender gewesen. Auch wenn ich solchen Aussagen von Natur aus keinen Glauben schenke komme ich mir bei einer solchen Aussage weit weniger unzufrieden vor als bei probieren sie es morgen noch mal. Das hört sich immer nach ich habe heute keinen Bock mehr mich um ihr Problem zu kümmern an…

Und siehe da, unser DSL Anschluss hat wundersame Selbstheilungskräfte. (Ich weiß, Sätze nicht mit „und“ anfangen 🙂 ) Gegen 16 Uhr funktionierte dann auch die Einwahl wieder und das sogar mit 16 Mbit. Also ist doch noch alles gut geworden. Und die 1,2 MB/s – 1,6 MB/s mit denen man jetzt surft entschädigen für die ein‘ oder andere Minute in der Warteschleife. Die meisten Server, wie ich festgestellte habe kommen aber nicht mal ansatzweise an 1 MB/s im Download heran. Selbst die T-Online Server lieferten mit einem Stream nur 1,1 MB/s. Na ja, reicht trotzdem. Und der Upload ist jetzt mit 125 KB/s – 135 KB/s jetzt auch schön schnell. Da freut sich dann nicht nur der Webserver drüber, sondern auch meine Frau beim bestellen von Fotoabzügen. Ein netter Nebeneffekt ist auch, dass die Pingwerte erstaunlich gering sind. Wie sagt meine Frau immer: alles wird gut. Im Grunde genommen ist es ja auch gar nicht so schlecht gelaufen. Schade nur das der betroffene Dienstleister bei so einer einfachen Aktion an so vielen Stellen gepatzt hat. Wenn man sich dann allerdings die Geschichten in den diversen DSL Foren zu Gemüte führt kann ich ja echt nur froh über den Verlauf sein.
Für die, die es interessiert hier mal die aktuellen DSL Daten unsere AVM FRITZ!Box Fon WLAN 7170 (UI), Firmware-Version 29.04.29:

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Hier gibt es die Werte noch einmal in einer Textdatei: AVM Fritzbox Parameter

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