Vorwort

Einen Server kann man mittlerweile mit den verschiedensten Betriebssystemen aufsetzen. Allein bei Linux hat man die Qual der Wahl von mehreren 100 Distributionen. Auch das Windowslager wird immer größer, wenngleich es durchaus überschaubar klein im Vergleich zu Linux ausfällt. BSD als Unixderivat bzw. einer seiner Ableger kommt ebenso in Frage wie MAC OS mit geeigneter Hardware.

Da ich mittlerweile mehr als genug Erfahrungen sowohl mit Windows als auch Linux gesammelt habe würde ich stets Linux als OS der Wahl empfehlen. Allein schon aus dem Grund, dass es wesentlich schlanker ist als Windows. Auch wenn heute Festplatten nichts mehr kosten und auch der RAM nicht mehr unbezahlbar ist so sollte man doch die Effizienz nicht aus dem Auge verlieren. In der Regel soll der Heimserver ja auch 24/7 laufen und da rechnet es sich eben wenn man den ein oder anderen Energiefresser aus einem System verbannen kann ohne auf entsprechend schnelle Reaktionszeiten verzichten zu müssen. Und genau das ist eine Stärke von Linux. Es läuft auf nahezu jeder Hardwareplattform, nutzt vorhandenen Arbeitsspeicher sinnvoll (nur belegter RAM ist guter RAM :)) und braucht davon für die selben Aufgaben wie Windows in der Regel viel weniger.

Das kommt allein schon davon, dass es auf einem Server eigentlich keine grafische Bedieneroberfläche geben sollte und unter Linux auch nicht zwingend gibt. Natürlich kann man auch hier eine GUI installieren, sofern man das will.

OK, damit wäre die Frage nach dem Betriebssystem für das Projekt wohl zunächst geklärt. 😉 Die Frage nach der Distribution hat sich für mich auch sehr schnell erledigt. Es gibt viele gute Linux Distributionen. Aber für einen Server gibt es kaum eine bessere Wahl als Debian. SuSE würde noch gehen, genau so wie Fedora, allerdings haben diese den Nachteil, dass sie zum Teil einfach zu überladen sind. Das macht eben den Unterschied aus. Auf einem Server sollten nur die Dienste und Programme installiert sein, die man wirklich benötigt. Somit ist die Maschine nicht nur einfacher zu warten, sondern die potentiellen Sicherheitslücken sinken mit jedem Stück gesparter Software.

Ein weiteres Argument für Debian ist die riesige Community die Debian pflegt und einsetzt. Man kann sicher sein, dass es für fast jedes Problem eine Lösung gibt, die entweder in einer Mailingliste erarbeitet wurde oder in einem der zahlreichen Foren entwickelt wurde. Man muss also hier das Rad nicht neu erfinden. Außerdem hat man die Möglichkeit, viele der fertigen Scripts und kleinen Helferlein direkt verwenden zu können ohne sich zuvor all zutief in die Materie einarbeiten zu müssen. In der Regel sind diese Sourcen gut bis sehr gut dokumentiert und lassen sich auch ohne entsprechende Fachkenntnisse schnell an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die Systemkonfiguration unter Debian ist vergleichsweise einfach. Die komplette Systemkonfiguration findet sich linux-typisch unter /etc. Es gibt nicht wie bei SuSE oder ähnlichen Distributionen Verwaltungsprogramme, die diese Konfigurationen eigenmächtig verändern und dem Administrator somit das Leben schwer machen. Die einzelnen Dateien sind sehr gut dokumentiert. Auf Techniken wie die Windows-Registry oder gar ein Mischmasch aus Ini-Dateien und Registry wird unter Linux zum Glück verzichtet. Bei den Dateien unter /etc handelt es sich in der Regel um einfache Textdateien, die mit einem Editor wie vi, mcedit oder nano um nur ein paar zu nennen bearbeitet werden können. Teilweise findet man unter /etc auch noch Dateien, die Hashwerte enthalten, kommt aber eher selten vor.

Und zu guter letzt noch ein Punkt der eindeutig für Debian spricht: apt. Apt ist das Programm oder vielmehr eine Sammlung von Programmen für die Softwareverwaltung unter Debian. Das System ist sehr flexibel, kann mit verschiedensten Installationsquellen umgehen und beherrscht Priorisierung von verschiedenen Softwarequellen. So kann man bestimmte Programme, die als unstable gelten installieren ohne gleich die ganze Distribution updaten zu müssen.

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